Berufsfahrplan für Abiturienten

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Wer das Abitur in der Tasche hat, dem stehen viele Möglichkeiten offen. Aber welche ist die richtige? Ist es die duale Ausbildung in einem Betrieb oder doch die akademische Laufbahn? „In Gymnasien spielt Berufsorientierung bislang eine eher untergeordnete Rolle“, so Renate Peters vom Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen. Als Bereichsleiterin des Netzwerkes SCHULEWIRTSCHAFT initiiert und begleitet sie den partnerschaftlichen Austausch zwischen Schulen und Wirtschaftsunternehmen, um jungen Menschen frühzeitig Einblicke in das Berufsleben zu ermöglichen. „Gerade die Schule kann hier eine Lotsenfunktion übernehmen und im beruflichen Findungsprozess unterstützen.“

An der Praxis orientiert

Ob man sich nun für ein Studium oder einen Ausbildungsberufs entscheidet: Die Grundlage bildet das Wissen um die heutigen Berufsbilder. Zwei Praktika seien für Gymnasiasten Pflicht, diese aber reichten bei weitem nicht aus, um einen realistischen Überblick über die Branchenvielfalt zu geben, weiß Uta Würdemann. Seit 14 Jahren engagiert sich die Fachlehrerin für Wirtschaft am Gymnasium Oedeme für praxisnahe Einblicke in das Arbeitsleben. Ihre Schüler erhalten die Möglichkeit, mithilfe des Netzwerks SCHULEWIRTSCHAFT hinter die Kulissen Lüneburger Betriebe zu blicken; sie nehmen an Management Information Games (MIG) teil, mit denen sich reale Arbeitsprozesse simulieren lassen und führen „Expertengespräche“ mit Unternehmern. „Das von den Schülern und Schülerinnen erworbene Wissen lässt sich anschließend wunderbar in das Unterrichtsfach Wirtschaft implementieren“, so Uta Würdemann.

Ausbildungsberufen ein Gesicht geben

„Berufsorientierung ist erst dann wirksam, wenn es nicht bei einer Informationsmaßnahme bleibt, sondern ein vielfältiges und kontinuierliches Angebot geschaffen wird“, betont Renate Peters. „Das Hermann-Billung-Gymnasium in Celle wird beispielsweise vom Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT bei seinem „Tag des Unternehmergeistes“ unterstützt. Geschäftsführer geben Schülern dort Starthilfe bei der Entwicklung von Produktideen und deren Vermarktung. Lüneburger Unternehmen, darunter auch die DBL Marwitz GmbH, laden Schulklassen in ihren Betrieb ein, zeigen auf, welche Berufe sie ausbilden und erläutern am konkreten Beispiel Personalentwicklung oder Digitalisierungsprozess. Thomas Perczynski, Geschäftsführer der DBL Marwitz, weiß, dass es nicht die Theorie ist, die für einen Beruf begeistert, sondern die Praxis. Er setzt auf eine anschauliche Vermittlung „zum Anfassen“, die den jeweiligen Ausbildungsberufen ein Gesicht gibt und neugierig macht. Sein Unternehmen bietet daher sowohl Gymnasien als auch allgemeinbildenden Schulen neben einem Betriebspraktikum eine gemeinsame Projektarbeit an, begleitet beispielsweise die Präsentation der Abschlussarbeiten im Fach Wirtschaft und vieles mehr.

Partnerschaften wie diese sind bereits zwischen mehreren Lüneburger Schulen und Unternehmen entstanden. „Hier und dort gibt es durchaus noch Berührungsängste“, so Bereichsleiterin Renate Peters. „Dieser Unsicherheit möchten wir jedoch begegnen, indem wir mit unseren Arbeitskreisen SCHULEWIRTSCHAFT eine Brücke schlagen und Hilfestellung bei der Bildung von Kooperationen geben.“ 

Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT

Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen e.V. unterstützt die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft, um jungen Menschen den Übergang in die Berufswelt zu erleichtern. Schulen wie auch Unternehmen, die Interesse an einem langfristigen Austausch haben, wenden sich gerne an Renate Peters, Tel.: (04131) 87212-22, rpeters@av-lueneburg.de. www.arbeitgeberverbandlueneburg.de/schulewirtschaft.

 

Foto ©: Blaz Erzetic