Kritik an den Plänen des Arbeitsministeriums zum gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice

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Wir kritisieren den Plan von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Arbeitnehmern jährlich mindestens 24 Tage Homeoffice rechtlich zuzusichern. „Wo sich die Arbeitsplätze seines Betriebes befinden, entscheidet immer noch der Unternehmer und nicht die Politik“, erklärt AV-Präsident Volker Meyer. Kein Arbeitgeber könne verpflichtet werden, „seinen Betrieb in ein Wohnzimmer zu verlegen“.

Grundsätzlich sei gegen Homeoffice-Arbeitsplätze und flexible Arbeitszeiten überhaupt nichts einzuwenden. Doch es müsse in jedem Einzelfall geprüft werden, was sinnvoll sei und was nicht, so Meyer weiter. „Das muss eine Abstimmung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sein und kann nicht auferlegt werden“. In vielen Firmen gebe es schon ganz praktische Hindernisse, etwa bei der technischen Ausstattung: „Viele Unternehmen haben zum Beispiel ein geschlossenes EDV-System mit hochsensiblen Daten. Man kann sie doch nicht zwingen, dieses zu öffnen, um im Homeoffice darauf Zugriff zu bekommen“, nennt der Arbeitgeber-Präsident ein praktisches Beispiel. Ansonsten seien erhebliche Investitionen für Soft- und Hardware erforderlich, aber auch das Thema Datenschutz werde da unterschätzt.

Auch die Zahl von garantierten 24 Tagen Homeoffice jährlich gibt dem Verband Rätsel auf. „Das erschließt sich mir nicht, es ist offenbar ein frei gegriffener Wert“, sagt Volker Meyer, der selbst Inhaber eines mittelständischen Unternehmens ist. Sollten die Pläne des Arbeitsministers Realität werden, sei das neben eines staatlichen Eingriffs in Betriebe vor allem auch ein „unüberschaubares Bürokratiemonster“. Der Vorschlag Heils gehe komplett an der Realität vorbei.