„Nicht von Pappe“

Pressemitteilungen, SCHULEWIRTSCHAFT

Erste Einblicke in die Arbeitswelt erhielt eine 9. Klasse der IGS Embsen während einer Betriebsbesichtigung im Unternehmen LÜNEWELL.

 

„Ohrstöpsel für alle!“ Mit ungläubigen Gesichtern quittierten die 13 Schüler und Schülerinnen der IGS Embsen die Offerte von Harry Gade, zuständig für Arbeitssicherheit bei LÜNEWELL. Mit diesen wie auch mit neongelben Warnwesten stattete dieser die jungen Teilnehmer aus. Bevor die Betriebsbesichtigung startete, erläuterten Dominik Weidemann, Sachbearbeiter im Innendienst, und Joana Sommer, Sachbearbeiterin Managementsysteme und Qualitätssicherung, gemeinsam mit Merle Weber, angehende Packmitteltechnologin, die Berufe, die in ihrem Betrieb ausgebildet werden. Wenig später öffnete sich die Tür zu der imposanten Produktionshalle des Lüneburger Wellpappenwerks. Was Herr Gade prognostiziert hatte, war für die Besucher nun unüberhörbar: Die Herstellung von Wellpappe geht alles andere als geräuschlos vonstatten. Der Gehörschutz wanderte in die jugendlichen Ohren, während Dominik Weidemann und Merle Weber jeweils eine Schülergruppe unter ihre Fittiche nahmen, um den Produktionsprozess vom Kraftpapier bis zur fertigen Wellpappe zu erläutern. 13 Augenpaare schauten gebannt, während Kraftpapier in hohem Tempo über Walzen raste und mittels Hitze gefügig gemacht wurde, um die charakteristische Wellenform zu erhalten. Währenddessen entstehen nebenan bei CARTOFLEX aus Wellpappe Displays und Kartonagen für Industrie und Handel. Rund 1.200 Europalletten des stoßdämpfenden und isolierenden Verpackungsmaterials verlassen täglich das Lüneburger Werk. Am Entwicklungs- und Herstellungsprozess sind sowohl Packmitteltechnologen, Maschinen- und Anlagenführer, als auch Industriekaufmänner und -frauen beteiligt.

Berührungsängste abbauen

Ausgebildet werden hier alle drei Berufsbilder. Dr. Linda Chalupova, zuständig für die Bereiche Managementsysteme und Qualitätssicherung, ist auch Ansprechpartnerin für die jungen Bewerber. Um diese auf die innovative Niederlassung im Lüneburger Hafen aufmerksam zu machen, stellen Mitarbeiter als „Ausbildungsbotschafter“ ihren Betrieb in Schulen vor. Man nimmt an Berufsorientierungsmessen teil und lädt Schulklassen zu Betriebsbesichtigungen ein. Eine erfolgreiche Bündelung von Maßnahmen, mit dem Ziel, Berührungsängste zur noch fremden Arbeitswelt zu verringern.

Michelle Jensen, die als Fachbereichslehrerin den Wahlpflichtkurs Werken an der IGS unterrichtet, hält eine Betriebsbesichtigung für ein sinnvolles Instrument. Schon dieser kurze Einblick in berufliche Inhalte helfe den Schülern, Hemmungen abzubauen. Der Schritt, sich für ein Praktikum zu bewerben, falle anschließend leichter. Ein solches ermöglicht das 40-Mitarbeiter starke Unternehmen LÜNEWELL Interessierten übrigens grundsätzlich, bevor er oder sie sich für eine Ausbildung im Betrieb entscheidet, so Dr. Linda Chalupova. Sie würde sich seitens der Schulen eine stärkere Unterstützung der Schüler bei dem Verfassen von Bewerbungen wünschen. „Personalverantwortlichen wird es erschwert, eine Auswahl zu treffen, wenn zwei Dutzend Bewerbungen mit identischem Wortlaut vorliegen. Es kann helfen, gemeinsam mit den Schülern deren Stärken zu definieren und zu erfragen, weshalb sich ein junger Mensch für eine Ausbildung bei uns interessiert.“

Schule und Betrieb fanden auch diesmal wieder durch die Initiative des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT zueinander. Fachbereichsleiterin Renate Peters vom Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordost-Niedersachsen bewertet die Bereitschaft von Wirtschaftsunternehmen und Schulen, Kooperationen einzugehen, als positiv. „Dennoch wünschen wir uns beiderseits noch mehr Mut, denn kaum ein anderes Thema ist heute so wichtig, wie die Rekrutierung des Ausbildungsnachwuchses von morgen.“