„Und was willst du mal werden?“ Eltern sind eine wichtige Orientierungshilfe bei der Berufswahl

SCHULEWIRTSCHAFT

Soll es ein BWL-Studium sein? Oder etwas mit Medien? Oder lieber ein Handwerk? Unzählige Studiengänge stehen derzeit an deutschen Hochschulen zur Auswahl, hinzukommen etwa 330 Ausbildungsberufe. Die richtige Entscheidung zu treffen, macht häufig nicht nur Jugendliche hilflos, sondern ebenso ihre Eltern. „Viele sind nicht mehr auf dem aktuellen Stand was die neuen Berufsbilder und deren Anforderungen betrifft“, weiß Renate Peters, Bereichsleiterin SCHULEWIRTSCHAFT des Arbeitgeberverbandes Lüneburg Nordostniedersachsen e.V. Die Berufsfelder haben sich rasant verändert, immer wieder kommen neue dazu.

„Eltern, die sich einen ersten Überblick über Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten verschaffen möchten, erfahren auf den regionalen Berufsmessen Wissenswertes“, so Renate Peters. Zudem gibt die Bundesagentur für Arbeit auf ihrem Portal www.planet-beruf.de einen ersten Überblick über die aktuellen Ausbildungsberufe und bietet zudem einen Service-Bereich, der sich explizit an Eltern richtet.

Vorbildfunktion – auch bei der Berufswahl
Wer sich lebhaft an eigene Fehlentscheidungen oder unliebsame Berufserfahrungen erinnert, möchte den eigenen Nachwuchs vor solchen bewahren. Hier gilt es, Denkbarrieren und Vorbehalte zu durchbrechen, da man schnell Gefahr läuft, das Wichtigste aus den Augen zu verlieren: Die Interessen, Fähigkeiten und Vorlieben seines Kindes. Zunächst gilt es, erst einmal alle Ideen – und seien sie noch so abwegig – zu sammeln. Denn das wichtigste Ziel lautet doch, einen Beruf zu finden, der Freude macht und eine finanzielle Grundlage bietet. Die Suche nach diesem kann zu einem gemeinsamen Weg werden, auf dem Eltern ihr Kind bestmöglich unterstützen und begleiten. Bestätigung und positive Resonanz schenken die Sicherheit, die Kinder brauchen, um optimistisch auf eine ihnen noch fremde Welt zugehen zu können. Dazu zählt auch, sich gegen Frustration zu wappnen, wenn beispielsweise eine Absage auf eine Bewerbung ins Haus flattert.

Nicht einmischen, sondern begleiten
Wie viel Unterstützung ist hilfreich? Selbst wenn die berufliche Orientierung in eine Phase fällt, in der sich Jugendliche bereits abnabeln und Eltern „wenig zu melden“ haben, bleiben sie auch in dieser Frage wichtige Ansprechpartner. „Eltern sollten sich im Bewerbungsprozess als Sparringpartner verstehen, die keine Vorgaben machen, sondern begleiten, ein offenes Ohr haben, ermutigen und Tipps geben“, empfiehlt Renate Peters. Sie können Hilfestellung geben, wenn es darum geht, Möglichkeiten zu sondieren, Jobangebote richtig zu lesen, Bewerbungen zu formulieren oder ein Profil zu erstellen. Den Start könnte beispielsweise ein Ideenplakat machen: Welche Stärken habe ich, welche Vorlieben? Passt Schichtdienst zu meinen Zukunftsplänen? Ist mir ein Familienleben wichtig? Welche Voraussetzungen muss ich für meinen Traumjob mitbringen? Mit Fragen wie diesen gelingt es, mögliche Berufsfelder enger einzukreisen.

Leitfaden durch den Berufs-Dschungel
An vielen Schulen sind Schulsozial- und Berufseinstiegsbegleiter tätig, die Schülerinnen und Schüler auf dem Übergang von der Schule in eine berufliche Ausbildung unterstützen. Regionale Berufsmessen richten sich hingegen sowohl an Eltern als auch an Jugendliche. Unternehmen, Institutionen, Behörden und Hochschulen geben dort wertvolle Tipps zu Bewerbungsverfahren, Berufsbildern und Auslandsaufenthalten. 

Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT
Renate Peters ist Bereichsleiterin des Netzwerkes SCHULEWIRTSCHAFT beim Arbeitgeberverband Lüneburg-Nordostniedersachsen e.V. Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT unterstützt Lehrkräfte bei der ökonomischen Bildung ihrer Schülerinnen und Schüler und fördert die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft in allen 16 Bundesländern. Insgesamt acht Arbeitskreise machen sich allein im Verbandsgebiet des Arbeitgeberverbandes Lüneburg – Nordostniedersachsen dafür stark, dass Jugendlichen der Übergang in die Berufswelt und Unternehmen die Nachwuchssicherung gelingt. Weitere Informationen unter www.arbeitgeberverbandlueneburg.de/schulewirtschaft.