Wir müssen Anreize schaffen

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Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz will die Bundesregierung Fachkräftemangel die Stirn bieten. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen sieht nach wie vor Hürden.

Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März 2020 in Kraft tritt, soll qualifizierten Arbeitnehmern aus Drittstaaten den Weg in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtern. Volker Meyer, Präsident des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen, begrüßt die Gesetzesnovelle, sieht jedoch weiterhin hohe Hürden in der Praxis. „Die bestehenden Probleme werden nicht gelöst, wenn die Anerkennung von Berufsabschlüssen weiterhin pedantisch gehandhabt und das Prüfverfahren nicht deutlich beschleunigt wird“, so der Unternehmer aus Munster. Bis 2060 würden jährlich netto rund 146.000 zusätzliche Fachkräfte benötigt. Mit der Gesetzesnovelle rechnet die Bundesregierung selbst nur mit rund 25.000 zusätzlichen Fachkräften jährlich. Es bleibt also trotz des Gesetzes eine riesige Fachkräfte-Lücke. Um eine Beschäftigung in Deutschland für Zuwanderer aus Nicht-EU-Staaten attraktiv zu machen, müsse man eine Willkommenskultur schaffen, die unter anderem eine verminderte Bürokratisierung beinhalte. „So lange man bis zu einem Jahr auf einen Termin bei einer deutschen Botschaft warten und erst umfangreiche Qualifizierungsmaßnahmen durchlaufen muss, um arbeiten zu können, bietet der deutsche Arbeitsmarkt wenig Anreize“, kritisiert Meyer. „Es ist unerlässlich, dass wir uns mit einem deutlich erweiterten Angebot zum Erwerb der deutschen Sprache, mit vereinfachten Anerkennungs- und Antragsverfahren für potenzielle Arbeitnehmer aus Drittstaaten attraktiver darstellen. Andernfalls wird das Fehlen von Fachkräften zu einem gravierenden Risiko für die deutsche Wirtschaft.“