Zurück aus dem Home-Office: Webinar am 26.6. und 2.7. 2020

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Viele Beschäftigte kehren derzeit an ihren Arbeitsplatz zurück. Welche Maßnahmen sind sinnvoll, um den Büroalltag in Pandemie-Zeiten gefahrlos zu gestalten? 

Der Covid-19 Erreger scheint auf dem Rückzug, Bund und Länder haben sich auf Lockerungen im öffentlichen Leben verständigt, zahlreiche Unternehmen arbeiten derzeit an Rückholplänen für ihre Beschäftigten. Um das Infektionsrisiko weiterhin zu minimieren, bedarf es durchdachter Hygienekonzepte. Doch welche Prophylaxe ist sinnvoll, was ist Vorschrift, was lediglich Empfehlung?

Ein Höchstmaß an Kreativität beweist derzeit das Theater Lüneburg. Auch hier plant man die schrittweise Rückkehr der Mitarbeiter aus dem Home-Office. Für ein Haus, in welchem der Kontakt vieler Menschen zum Alltag gehört, eine komplexe Aufgabe. „Das Desinfizieren der Hände, wie auch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutze ist obligatorisch“, so Volker Degen-Feldmann, der gemeinsam mit Intendant Hajo Fouquet das Leitungsteam des bildet. In enger Abstimmung mit dem Bühnenverein habe man zudem ein Hygienekonzept für den Publikumsverkehr erarbeitet. Denn wenn am 4. September der Spielbetrieb wieder aufgenommen wird, muss auch im Zuschauerraum ein Mindestabstand von 1,50 m gewährleistet sein. „Im Großen Haus wird daher lediglich jede zweite Reihe besetzt, nach zwei besetzten Plätzen müssen jeweils zwei frei bleiben“, erläutert Degen-Feldmann. Anstatt 540 werden nun maximal 150 Besucher die Stuhlreihen füllen. In vier Gruppen werden diese vor jeder Vorstellung in den Zuschauerraum und im Anschluss wieder hinausbegleitet, um eine Begegnung mit nachfolgenden Zuschauern zu vermeiden. Zwischen den Vorstellungen sind umfassende Hygienemaßnahmen angesagt, darunter das Reinigen der WC-Anlagen und sämtlicher Oberflächen, mit denen Besucher in Berührung kommen könnten. Eine Mammutaufgabe, die jedoch notwendig ist, um Kultur für die Lüneburger wieder erlebbar zu machen – wenn auch im kleineren Rahmen.

In der Bohlsener Mühle im Landkreis Uelzen sorgten die anfangs raschen Aktualisierungen behördlicher Maßnahmen für Irritation. „Das Gesundheitsamt war der Flut der Anfragen nicht gewachsen“ so Unternehmens-Chef Volker Krause. „Eindeutige Aussagen zum „Was passiert, wenn…“ erfolgen bis heute nur unzureichend.“ Unter Berücksichtigung der allgemeinen arbeitsschutzrechtlichen Empfehlungen hat der Naturkostproduzent sinnvolle Maßnahmen ergriffen, die den individuellen Gegebenheiten des Unternehmens entsprechen. Neben den empfohlenen Abstands- und Hygieneregeln wurde die Trennung der Arbeitsbereiche vorgenommen. In der Feinbäckerei erfolgte eine zeitliche Entzerrung der üblichen drei Arbeitsschichten. Pausenbereiche wurden separiert, Produktionspausen eingeführt, um die Kontakte mit den Kollegen auf ein Minimum zu reduzieren. Einige Abteilungen im Verwaltungsbereich arbeiten nach wie vor umschichtig im Homeoffice. „Wo die Einhaltung des Mindestabstandes aufgrund der Arbeitsabläufe nicht möglich war, haben wir Schutzschirme aus Plexiglas installiert“, so Krause weiter. Zudem haben wir sämtliche Mitarbeiter*innen sowohl mit waschbaren Mehrweg- als auch mit Einwegmasken ausgestattet.“ Zur „neuen Normalität“ gehört seither auch das Führen von Vorstellungsgesprächen per Videokonferenz. Zudem arbeite man aktuell an einem Konzept im Umgang mit „Urlaubsheimkehrern“ und den daraus resultierenden erforderlichen Schutzmaßnahmen. Hilfreiche Empfehlungen zu diesem Thema erhalte man vom Landkreis.

In vielen Betrieben herrscht Unsicherheit, beschreibt Wiebke Krohn, Personalentwicklungsberaterin in unserem Arbeitgeberverband, die Situation. „Wir haben es bislang überwiegend mit Handlungsempfehlungen zu tun, es fehlen allgemeingültige Richtlinien zur Orientierung. Neben dem Desinfizieren der Hände und dem Tragen eines Mund-Nase-Schutzes sollten Betriebe daher individuell abwägen, welche Instrumente zum Einhalten der Abstandsregeln notwendig sind. Grundsätzliche Informationen vermittelt beispielsweise der Maßnahmenkatalog für ARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Anregen möchte sie hingegen sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zur Kreativität im Umgang mit der Arbeitsplatzgestaltung. „Es hat sich gezeigt, dass beim Arbeiten im Homeoffice vor allem das soziale Miteinander vermisst wurde. Folglich sollten auch unkonventionelle Möglichkeiten in Erwägung gezogen werden, um einen geschützten Kontakt mit den Kollegen zu ermöglichen. Bei gutem Wetter können Arbeitsplätze in den Außenbereich verlegt oder Stühle nach draußen gestellt werden, um mit entsprechendem Sicherheitsabstand die Pause gemeinsam zu verbringen.“

Antworten auf Fragen, wie sich Schichtpläne sinnvoll verändern oder Schichtübergaben entzerren lassen, erläutern Wiebke Krohn und der Jurist Axel Gasché vom Arbeitgeberverband Lüneburg am 26.6. und 2.7. 2020 in dem zweistufigen Webinar jeweils von 11.00-12.30 Uhr. Anmelden können sich Unternehmensvertreter unter www.arbeitgeberverbandlueneburg.de.