AV-Präsident Volker Meyer warnt vor einem Ausdünnen familiengeführter Unternehmen und lädt die SPD in die Betriebe ein:
Die SPD plant, die bisherige Steuerbefreiung für Unternehmensnachfolgen abzuschaffen. Familienunternehmer und Mittelständler in der Region sehen diese Pläne mit großer Sorge – so auch Volker Meyer, Präsident des Arbeitgeberverbandes Lüneburg-Nordostniedersachsen e.V. Der Eindruck ist klar: Der Mittelstand, insbesondere traditionsreiche Familienunternehmen, gerät zunehmend unter politischen Druck.
Kapitalreserven in der Krise – jetzt nicht angreifen
Volker Meyer, geschäftsführender Gesellschafter der 190 Jahre alten Heinrich Meyer Werke in siebter Generation, warnt eindringlich: „Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise zeigt sich, wie überlebenswichtig Kapitalrücklagen für Unternehmen sind. Allein 2025 wurden bundesweit 17.600 Firmeninsolvenzen verzeichnet – so viele wie seit zwei Jahrzehnten nicht mehr. Familienunternehmer denken in Generationen und legen Rücklagen in guten Zeiten an. Genau diese Polster sollen nun beim Generationswechsel in die Staatskasse fließen.“ Tatsächlich steckt das Kapital vieler Familienunternehmen im Betrieb, also gebunden in Anlagen, Mitarbeitern und Innovationen. Jede zusätzliche Abgabe entzieht diesen Firmen Investitionskraft und gefährdet Arbeitsplätze. Gerade jetzt, in wirtschaftlich unsicheren Zeiten, wäre das ein fataler Schlag für die Betriebe und die Mitarbeiter.
Nachfolgegeneration nicht vergraulen
Schon heute stehen viele Betriebe vor der Herausforderung, eine Nachfolge zu finden. „Unsere Unternehmen haben es ohnehin schwer, die nächste Generation für die Verantwortung der Unternehmensführung zu gewinnen“, so Meyer. „Für viele junge Menschen ist ein gut bezahlter Job auf dem freien Markt attraktiver. Eine zusätzliche Erbschaftsteuer auf Unternehmen wird diese Entscheidung weiter verstärken.“
Dialog statt weiterer Verunsicherung
Statt neue Unsicherheiten zu schaffen, fordert Meyer einen echten Dialog: „Wir laden die Politiker ausdrücklich in unsere Unternehmen ein. Wer Mittelstand stärken will, muss vor Ort sehen, unter welchen Voraussetzungen Unternehmen über Jahrzehnte erfolgreich bestehen können.“
Soziale Verantwortung des Mittelstands nicht vergessen
Zudem dürfe die Politik nicht übersehen, welche sozialen Aufgaben der Mittelstand in der Region übernimmt: Ausbildung junger Menschen, Fachkräftesicherung, stabile Arbeitsplätze vor Ort, Engagement in Vereinen, Sport und Kultur sowie ehrenamtlicher Einsatz in den Kommunen. Diese Leistungen sind fest in der Region verankert und durch staatliche Strukturen kaum zu ersetzen.
„Es gibt nur eine sinnvolle Antwort auf diese Steuerdebatten“, so Meyer abschließend. „Erhalten Sie den Mittelstand und belasten Sie die Unternehmen nicht noch zusätzlich.“